
Hoffnungsträger für die Verwaltungsmodernisierung: Der neue Personalausweis.
Mehr als ein Jahr (1. November 2010) ist es her, als der erste neue Personalausweis über einen Behördentisch ging. Doch was ist aus ihm geworden? Welche Hoffnungen sind mit ihm verbunden und welche Angebote gibt es? Kartenlotse hat für Sie die wichtigsten Fakten zusammengefasst.
Bis heute sollen rund zehn Millionen neue Personalausweise ausgegeben worden sein. Bis 2020 wird die Zahl voraussichtlich auf 60 Millionen Nutzer steigen. Eine breite Zielgruppe, der bislang jedoch nur wenig geboten wird. So können Autofahrer ihren Punktestand in Flensburg abrufen und Eltern erhalten bei der Agentur für Arbeit Informationen zum Kindergeld. Zudem ermöglicht die Stadt Münster die Online-Bestellung von Katasterauszügen.
Aufgrund der bis heute erzielten Erfolge bleibt das Ausweisdokument im Scheckkartenformat der Hoffnungsträger der Staatsbediensteten für die Verwaltungsmodernisierung. Bis 2013 planen mehr als 60 Prozent der Kommunal- und Landesverwaltungen in neue Angebote zu investieren. Das vorrangige Ziel der vorgesehenen Kartenanwendungen ist es, Kosten einzusparen und Herausforderungen im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel zu lösen. Dies geht aus der Studie „Branchenkompass 2011 Public Services“ von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut hervor.
Während der neue Personalausweis international in Bezug auf elektronische Identitäten als datenschutzfreundlich und innovativ gilt, wird hierzulande weiter an der Sicherheit gezweifelt. Zu unrecht wie Kartenlotse meint: Zwar ist es Hackern des Chaos Computer Clubs anfänglich gelungen, die PIN anderer Nutzer mithilfe eines speziellen Virus auszuspähen. Dies gelang jedoch nur, weil bei den ersten Lesegeräten die PIN-Eingabe noch über die PC-Tastatur erfolgte. Dieses Problem wurde mittlerweile beseitigt.
Mit dem neuen Personalausweis sind auch Hoffnungen im Hinblick auf die mobile Nutzung verbunden. Diese beruhen darauf, dass in den nächsten Jahren immer mehr Mobiltelefone mit NFC-Funktion in Umlauf gebracht werden. Zwar präsentierte das Fraunhofer Fokus gemeinsam mit dem Bundesministerium des Innern sowie der Bundesdruckerei 2011 eine erste Lösung, die Feldstärke des integrierten NFC-Senders war jedoch zu schwach, um eine dauerhafte Verbindung mit dem Ausweis zu gewährleisten.
Fazit: Es bleibt spannend!